Der Nutzen eines Klimaschutzkonzeptes

Das Weltklima ist in aller Munde – doch dabei wird eines oft übersehen: Klimaschutz fängt im Kleinen an. Vor Ort werden wichtige Grundlagen geschaffen. Gerade deshalb gewinnt die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums eine große Bedeutung. Seit 2008 haben sich rund 3000 Kommunen an diesem Programm beteiligt und fast 9000 Projekte zum kommunalen Klimaschutz entwickelt. Damit wurden erste, wichtige Schritte unternommen, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibgase im Jahre 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Stand im Jahre 1990 zu senken. Für 2050 lautet das erklärte Klimaschutzziel der Bundesregierung sogar, den Ausstoß gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Das große Problem bei diesen Zahlen ist jedoch, dass sie abstrakt sind. Bürger, Beteiligte und Betroffene der Klimaschutzmaßnahmen können sich diese Zahlen kaum vorstellen.

In den Auseinandersetzungen über den Klimaschutz taucht daher immer wieder die Frage auf: Was ist der Nutzen? Denn die Menschen vor Ort wollen nicht nur etwas für das große Weltklima tun, sondern einen konkreten Nutzen für sich und ihre unmittelbare Umwelt erkennen. Auf diese Fragen gibt es jedoch sehr eindeutige Antworten.

Das ist der Nutzen von kommunalen Klimaschutzkonzepten

Tankstellen rüsten nach.

Immer mehr Tankstellen in Deutschland, bieten auch alternativen zu herkömmlichen Sprit an.

Tatsächlich führen Klimaschutzmaßnahmen auf kommunale Ebene, die im Rahmen eines kommunalen Klimaschutzmanagement entwickelt werden, sehr schnell zu deutlich spürbare Vorteile für jeden einzelnen Bürger. Wenn eine Kommune beispielsweise in Schulen und Kitas die Beleuchtung auf LED-Lampen umstellt, kostet das natürlich erst einmal Geld. Doch schon bald wird der kommunale Haushalt durch die Energieeinsparung deutlich entlastet. Das gesparte Geld steht fortan für die Sanierung der Schulen, die Ausweitung der Kinder- und Jugendarbeit, für das Theater und die Kultur und viele andere Bereiche zur Verfügung. Die Kosteneinsparung durch Klimaschutz eröffnet somit neue finanzielle Spielräume für die gesamte kommunale Politik, von der nun jeder Bürger profitiert. Im Verkehrswesen können zudem sogenannte Mobilitätsstationen dazu beitragen, den Ausstoß schädlicher Treibhausgase zu verringern. Zugleich kann es dadurch gelingen, die innerstädtische Verkehrsinfrastruktur deutlich zu entlasten. Die Bürger kommen somit nicht nur klimafreundlich, sondern auch schnell und stressfrei zur Arbeit. Und damit nicht genug: Um so weniger Energie in der Kommune verbraucht wird, desto sauberer ist die Luft. Die Lebensqualität steigt.

Wirtschaftsförderung durch Klimaschutz

Nationale Klimaschutzinitative

In der Industrie spielt der Klimaschutz immer mehr eine wesentliche Rolle.

In vielen Beispielen zeigt sich schon jetzt, dass Kommunen, die mit der Klimaschutzinitiative den Klimaschutz zur wichtigen Aufgabe gemacht haben, eine sehr hohe Lebensqualität aufweisen. Saubere Luft und das Leben im Grünen tragen dabei nicht nur zum Wohlfühlen bei, längst ist Klimaschutz zum Standortvorteil geworden. Denn viele Unternehmen richten die Standortplanung auch danach aus, wo ihrer Mitarbeiter gut und zufrieden wohnen können. Die gesunde Umwelt spielt bei der Standortplanung eine immer größere Rolle.
Und damit nicht genug: Das Investment der Kommune in Klimaschutzmaßnahmen und neue Umwelttechnologien erweist sich als Konjunkturmotor für das lokale und regionale Handwerk und andere ortsansässige Unternehmen.

Somit trägt die Kommunalrichtlinie zu Verbesserung der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung in der Kommune bei. Die Gewerbesteuereinnahmen können damit deutlich gesteigert werden, zugleich führt die wachsende Wertschöpfung zu einer größeren Kaufkraft. Somit profitieren auch der Einzelhandel und viele andere konsumorientierte Unternehmen der Region vom Klimaschutz.

Klimaschutz schützt die Umwelt und fördert die Region

Damit ist eines deutlich geworden: Der Nutzen des Klimaschutzes ist groß. Die Kommune und die Bürger haben nicht nur das gute Gefühl, etwas für das Weltklima zu tun, sondern sie sehen die positiven Einflüsse sehr schnell in ihrer alltäglichen Lebenswelt. Das sollte Grund genug sein, um lieber heute als morgen damit zu beginnen. Dabei können sich die Kommunen die Erfahrungen anderer zunutze machen. Mit Einstiegsberatungen werden die ersten Grundlagen gelegt. Experten stehen bei der Entwicklung der Klimaschutzkonzepte mit Rat und Tat im Rahmen der Kommunalrichtlinie zur Verfügung. Gemeinsam wird eine Planungsgrundlage geschaffen, die schließlich in das Klimaschutzkonzept einfließt – zum Nutzen aller.